Die Planlabs AG aus Aarau hat hohe Ziele: Mit ihrer KI-basierten Softwareplattform will sie die Gebäudetechnikplanung in der Schweiz automatisieren und damit einen wichtigen Teil der Baubranche revolutionieren. Diese Innovation ist unter anderem auch dank der Unterstützung der Aargauischen Kantonalbank möglich.

Die Baubranche in der Schweiz hat im Jahr 2024 beeindruckende 23,4 Milliarden Franken umgesetzt. Mehr als die Hälfte davon fällt auf den Hochbau – also auf die Bauten, die grösstenteils überirdisch realisiert werden. In praktisch jedem dieser Projekte spielt die Gebäudetechnik eine zentrale Rolle. Einerseits trägt eine clever geplante und betriebene Gebäudetechnik dazu bei, dass man sich als Bewohnerin oder Bewohner eines Gebäudes wohlfühlt. Andererseits ist die Gebäudetechnik aber auch sehr komplex zu planen und kostenintensiv. Rund 20 Prozent der Investitionen in einem Bauprojekt fallen auf die Gebäudetechnik: Sie umfasst Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Elektronik, Brandschutz und Automation.
Diese Kombination – die Wichtigkeit fürs Projekt gepaart mit der Komplexität in der Planung und den Kosten – macht die Gebäudetechnikbranche zu einem Bereich, der prädestiniert ist für neue, innovative Lösungen. Eine solche Lösung bringt die Firma Planlabs AG aus Aarau in diesem Jahr offiziell auf den Markt. «Wir haben eine KI-basierte Softwareplattform entwickelt, die auf Basis der 3D-Pläne eines Gebäudes automatisch ein vollständig optimiertes Gebäudetechniksystem generiert, das sämtliche Normen einhält», erklärt Rea Sodero. Sie ist seit 2024 Geschäftsführerin der Planlabs AG, gemeinsam mit Olivier De Deken, der die Technische Leitung und Entwicklung verantwortet.
Die ursprüngliche Idee für dieses Projekt stammt von der Firma Hefti.Hess.Martignoni. 4U AG (HHM), die auch bereits einen ersten funktionierenden Prototyp entwickelt hatte. HHM beauftragte Rea Sodero damit zu prüfen, ob sich auf Basis dieses Prototyps eine eigenständige Firma aufbauen und betreiben lassen würde. Nach eingehender Prüfung kamen Sodero und De Deken zum Schluss: Ja, das Potenzial ist vorhanden. Und so haben sie die Planlabs AG im Jahr 2024 offiziell gegründet.


Mit Planlabs wollen Sodero und De Deken gemeinsam mit ihrem Team gleich mehrere Probleme lösen, die derzeit die Baubranche und die Gebäudetechnikbranche vor grosse Herausforderungen stellen. Die vier wichtigsten:
Die Planlabs AG verspricht, dass mit ihrer Software die Planungszeit für die Gebäudetechnik um bis zu 70 Prozent verkürzt und die Überdimensionierung um bis zu 30 Prozent verringert wird. Und natürlich wird durch die Anwendung der Software, die sowohl Fachingenieurinnen und -ingenieure als auch Nicht-Expertinnen und -Experten nutzen können, das Problem des Fachkräftemangels entschärft.
Eine Software zu entwickeln, die derart grundlegende und komplexe Herausforderungen löst und sich idealerweise als Branchenlösung etabliert, ist mit einem enormen Aufwand verbunden. Das Team von Planlabs umfasst mittlerweile zehn Personen. Im letzten November wurde ein zweiter Standort in Zürich eröffnet. «Wir benötigen sehr qualifizierte Programmiererinnen und Programmierer. Das sind alles Leute, die auch bei Google, Meta oder anderen grossen Tech-Firmen arbeiten können», sagt Olivier De Deken.
Doch es braucht nicht nur die richtigen Leute, sondern auch die finanziellen Mittel, um die Software zu realisieren. Zahlende Kundinnen und Kunden kommen erst dann an Bord, wenn das Produkt entwickelt und getestet ist. Es braucht also zahlungskräftige Investoren. Das ist einer der Bereiche, um die sich Rea Sodero kümmert. Im letzten September hat sie die Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und konnte dabei auch die Aargauische Kantonalbank als Investorin gewinnen. «Als Zeichen gegen aussen ist das Commitment einer angesehenen und etablierten Bank wie der AKB ultrawichtig», erklärt Sodero.
In diesem Jahr stehen für die Planlabs AG zwei weitere wichtige Meilensteine an: Zum einen der kommerzielle Markteintritt und zum anderen die nächste, grössere Finanzierungsrunde. Diese soll dem Start-up die nötige Sicherheit geben, um die Software weiterzuentwickeln und zu optimieren. «Mit unserer Idee und unserem Team können wir die Planungsexpertise aus der Branche mit den neusten Technologien verbinden. So entsteht Innovation für die gesamte Bauindustrie. Diese Perspektive treibt uns an und motiviert uns», sagt Rea Sodero.

Seit 2010 investiert die Aargauische Kantonalbank jährlich in verschiedene Start-ups. Dies mit dem Ziel, Innovation und Wirtschaftswachstum im Aargau zu fördern. Start-ups, die auf der Suche nach Investoren sind, können sich bei der AKB melden. Die Kriterien, nach denen die Bank ihre Investments vergibt, sind diese:
Pro Jahr spricht die AKB fünf bis sieben Finanzierungen für Start-ups. Rund die Hälfte davon geht an neue Projekte, bei der anderen Hälfte erhält ein bereits unterstütztes Start-up ein weiteres Investment. Aktuell sind es rund 20 Start-ups, die von einem Investment der AKB profitieren. Der maximale Investitionsbetrag der AKB pro Start-up liegt bei CHF 500 000.
Weitere Infos: akb.ch/startup